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Artikel auf Deutsch

 

Unmenschliche Forschung

Der Aufbau: “Unser Aller Tagebuch”

350 Jahre Amerikanisches Judentum

Israelische Soldaten im Kreuzfeuer

Weimar am Pazifik: Juden in Los Angeles

Das Deutschlandbild in den USA

New York—Das Herz der Welt

Judentum ist mehr als Bagel und Lachs

Sprache als Brücke

Paul Celan Rezensionen

Portrait: Ellen Auerbach

“Der Entschluß zum Attentat war sehr schwer”

Der Fall Wallenberg ist lösbar

In Gedenken an Hans Litten

Die “Kosher Nostra” — Moses der Unterwelt

Berlin: Speers braun ummiefte Protzbauten

 

Home Page > Artikel in Deutsch > Notizen aus den USA

 

TribueneDiese Kolumne erscheint regelmäßig in der Tribüne — Zeitschrift zum Verständnis des Judentums, die dreimonatlich in Frankfurt erscheint. Meine Kolumne beleuchtet das amerikanische Judentum, sowie deutsch-amerikanische und amerikanisch-israelische Beziehungen. Einzelne Tribüne Ausgaben/Abonnement kann man beim Verlag hier bestellen.

 

September 2006
Notizen aus den USA

Von Tekla Szymanski

Konsens um Libanonkrieg
Amerikas Iranpolitik
Olmert Geht Nach Washington
Seattle unter Beschuss
Wahlen im Kongress
Solidarität mit Israel
AIPAC und kein Ende
Israelis gegen Amerikaner: Eine Frage der Identität
Skinheads in der US Armee: Ausbildungsplatz Irak
CIA und Eichmann
Mormonische Zwangstaufen
Raubgut in U.S. Museen

 

 

Der Krieg im Libanon wird von der Mehrheit der Amerikaner unterstützt. Es sei das volle Recht Israels, sich vor weiteren Angriffen der Hisbollah zu schützen. Eine CNN Umfrage hat ergeben, dass 48 Prozent der Befragten der Meinung sind, Israel habe proportional richtig reagiert auf die Entführung der israelischen Soldaten an der israelisch-libanesischen Grenze; ganze 61 Prozent der Amerikaner stehen generell hinter Israel. In einer anderen Umfrage, durchgeführt von Gallup Poll, meinten sogar 83 Prozent der Befragten, Israels Libanonoffensive sei gerechtfertigt; aber nur 50 Prozent fanden die Intensität der Angriffe angebracht.

Für die Mehrheit der Amerikaner sind die Geschehnisse im Nahen Osten nicht nur eine Konfrontation zwischen Israelis und Arabern, sondern gehören zum breiten Konflikt zwischen der westlichen Welt und dem fundamentalen Islam. Dennoch glauben 69 Prozent, dass die USA keine Führungsrolle mehr bei der Lösung internationaler Konflikte übernehmen sollte; und 40 Prozent finden, dass sich die USA nicht in den Libanonkrieg II einmischen sollte.

Die jüdischen Organisationen stehen geschlossen hinter Israel. Sie pflegen engen Kontakt zum Kongress, dem Senat und dem Weissen Haus. Seit langen schon sind sich das Weisse Haus, der Senat und der Kongress nicht mehr so einig darüber gewesen wie jetzt, wie die USA auf eine Nahostkrise zu reagieren habe. Es herrscht Konsens in Washington, keinen voreiligen Waffenstillstand zwischen Libanon und Israel herbeizufördern, sondern Israel zuerst freie Hand (und Waffen) zu überlassen, um Hisbollah zu entwaffnen. Jüdische Organisationen arbeiten eifrig daran, dass die Bush Administration diese Divise weiterhin verfolgt und Israel genug Zeit und Spielraum gibt, Hisbollah zu bekämpfen. Vertreter der grössten jüdischen Organisationen sind nach Israel geflogen, um dort ihre Solidarität zu zeigen. In vielen amerikanischen Städten werden Solidaritätskundgebungen für Israel durchgeführt. Jüdische Organisationen haben in nur zwei Wochen $21 Millionen Dollar für einen "Israel Crisis Fund" zusammengetragen.

Im Gegensatz dazu haben Amerikanisch-Arabische Organisationen es schwer, sich überhaupt Gehör bei der Bush Administration, dem Senat und dem Kongress zu verschaffen. Auch haben viele muslimische Amerikaner Angst, für den Libanon zu spenden oder sich politisch zu engagieren. Viele befürchten sogar negative Folgen.

Auch das ist Realität im post 9/11 Amerika.

*

 

Andeutungen der Bush Regierung, Iran zu kompensieren sollte die iranische Regierung ihr nukleares Programm einstellen, haben Anfang Juni neokonservative amerikanische Politiker auf der einen, und die israelische Regierung und amerikanische Juden auf der anderen Seite entzweit. Wie der Forward berichtete, lehnen neokonservative Politiker jegliche diplomatischen Kontakte mit Iran ab, während amerikanische Juden und die israelische Regierung diesen dramatischen, weil pragmatischeren Umschwung in der amerikanischen Aussenpolitik befürworten. Für Israel und die amerikanischen Juden sei das kurzfristige Ziel nicht ein Regimewechsel im Iran, sondern die Einstellung von Irans nuklearer Waffenproduktion. Der Forward berichtete ausserdem, dass die israelische Regierung Repräsentanten amerikanischer jüdischer Organisationen gebeten habe, ein niedriges Profil in Sachen Iran zu wahren. Den Jüdischen Organisationen ist das ganz Recht: Sie wollen nicht wieder als "Kriegstreiber" beschimpft werden, so wie zynische Kritiker es ihnen am Anfang des Irakkrieges vorgehalten hatten.

Die Bush Regierung hat Ende Mai ausdrücklich — und zum ersten Mal öffentlich erklärt — dass die USA Israel zu Hilfe eilen werde, sollte es vom Iran angegriffen werden.

*

 

Ehud Olmerts Besuch in Washington Ende Mai wurde von den amerikanischen Juden mit grosser Begeisterung aufgenommen, wurde doch der israelische Premier von Präsident Bush mit allen Ehren empfangen, zu langen Unterredungen, auch privaten Gesprächen, eingeladen und zu einer Sitzung im Kongress gebeten, wo Olmert eine Rede hielt.

Israel erhielt von den USA grünes Licht für einen unilateralen Abzug, sollten Friedensverhandlungen mit den Palästinensern nicht zu Stande kommen. Dennoch, so die Bush Administration, die endgültige Entscheidung über den permanenten Grenzverlauf könne nur durch einen Friedensvertrag zusammen mit den Palästinensern erreicht werden. Nur zwei jüdische Organisationen kritisierten einen unilateralen Abzug Israels aus der West Bank und dem Gazastreifen: die "Zionist Organisation of America" und "Americans for a Safe Israel".

Der Forward publizierte vor Olmerts Besuch in Washington einen scharfen Kommentar. Olmert könne von der Bush Administration leider nicht viel erwarten, weil er nur eine "ausgebrannte Regierung" antreffen würde. "Die Bush Regierung kann nicht viel versprechen, weil sie nichts mehr anzubieten hat. Fünfeinhalb Jahre Bush haben Washington diplomatisch, politisch und finanziell ruiniert. Die Regierung ist in endlose Skandale verwickelt; sie ist inkompetent. Mit Bushs niedriger Zustimmungsrate von unter 30 Prozent wird der Präsident nicht viel Energie für einen massiven Friedensplan im Nahen Osten aufbringen können. Amerika ist eine verwundete Weltmacht, die selbst auf enge Verbündete kaum Einfluss mehr hat. Jetzt, wo Israel eine starke U.S. Regierung bitter nötig hat, um mit Iran und Hamas fertig zu werden, fällt Amerika weit hinter Europa zurück. Auch finanzielle Hilfe wird Amerika Israel jetzt nicht mehr bieten können. Es ist unklar, ob Israel weiß, dass es auf ein lahmes Pferd setzt. Israel wird neue Kontakte in Amman, Kairo, London und Berlin knüpfen müssen, um im schlimmsten Fall Amerikas verblassten Einfluss ersetzen zu können."

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Eine Schiesserei in einem jüdischen Gemeindezentrum in Seattle Ende Juli, hat die jüdischen Gemeinden im ganzen Land in Alarmbereitschaft versetzt. Bei der Attacke wurde eine Person getötet und fünf verletzt. Die Tat wurde von einem amerikanischen Muslim als Antwort auf Israels Angriffe auf den Libanon durchgeführt; der Mann handelte allein und war nicht Teil von al-Qaida. Seine Eltern haben sich inzwischen bei der jüdischen Gemeinde für die Tat ihres Sohnes entschuldigt.

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Im November stehen Wahlen im Senat und im Kongress an, die die Balance zwischen Republikanern und Demokraten umkippen könnte. Die Republikaner werden es nicht leicht haben, ihre Mehrheit in beiden Häusern (wenn überhaupt) beizubehalten. Doch beide Parteien nehmen schon jetzt den Libanonkonflikt zum Anlass, um Wähler, und insbesondere um jüdische Wähler, zu buhlen.

Dabei bekräftigen Republikaner, dass Bush Israel freie Hand gegeben hat, Hisbollah zu bekämpfen. Und Demokraten wiederum beschuldigen Republikaner, dass die amerikanische Regierung ohne das Fiasko im Irak die Situation im Nahen Osten nicht aus den Augen verloren hätte, und es nicht versäumt hätte, ihren Einfluss auf die Palästinenser, den Libanon, Ägypten und Syrien auszubauen.

Die Lage im Nahen Osten, und damit verknüpft die gesamte zukünftige U.S. Aussenpolitik, werden im Herbst einen wichtigen Teil des Wahlkampfes einnehmen. Vergessen scheinen die Arbeitslosigkeit, Steuersenkungen und die hohen Ölkosten. Diesmal geht es um Aussenpolitik — und nicht mehr nur noch im Irak.

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Das jüdische Monatsmagazin Moment ist in einem Essay der Frage nachgegangen, warum Israel und die USA so eng verbündet sind, und warum amerikanische Politiker, egal welcher Partei, Israel und die amerikanisch-israelischen Beziehungen so wertschätzen. Der Grund sei einfach: Weil es die Mehrheit der Amerikaner so wolle.

"Israelische und amerikanische Interessen sind eng miteinander verknüpft", schreibt Marshall Breger. "Ganze 59 Prozent der Amerikaner sympathisieren mit Israel. Ist es da ein Wunder, dass die U.S. Administration Israel unterstützt? Amerika und Israel haben die gleichen Werte. Die christlich-evangelischen Wurzeln Amerikas binden das Land an Israel. Amerikaner schätzen Israel als die einzige Demokratie im Nahen Osten. Amerikanische Politiker handeln wie sie handeln weil sie fest an diese engen Beziehungen zwischen beiden Ländern glauben."

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Die Beschuldigten im AIPAC Spionagefall (siehe Notizen aus den USA, beginnend November 2004), haben einen unerwarteten Helfer in der Not gefunden: Die vielen kleinen "undichten Stellen" im Weissen Haus, in Diplomatenkorps und anderen politischen Lobbys, über die jetzt herausgekommen ist, dass sie regelmäßig kontroverse oder geheime Daten und politische Pläne an die Öffentlichkeit gebracht hätten (unter ihnen befinden sich wohl auch Präsident Bush und Vizepräsident Dick Cheney). Was in Washington Routine gewesen zu sein scheint, nimmt dem AIPAC Spionageskandal jetzt seine Einmaligkeit. Auf der anderen Seite geben die politischen Spannungen um Irans Atompolitik AIPACs Spionageskandal, bei dem AIPAC Mitglieder geheime Dokumente über Irans Atompolitik an Israel weitergeleitet haben sollen, besondere Aktualität und Brisanz.

Dennoch, zum dritten Mal ist der Prozessbeginn der zwei AIPAC Mitarbeiter jetzt verschoben worden und ist für Oktober angesetzt. Unter anderem ist noch umstritten, welche geheimen Dokumente als Beweismaterial entklassifiziert werden dürfen.

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Als der israelische Schriftsteller A.B. Yehoshua in einer Rede vor dem American Jewish Congress im Mai verkündete, jüdische Identität und Judentum können nur in Israel richtig ausgelebt werden, öffnete er, vielleicht ungewollt, eine Pandoras Box und entblößte die komplizierten Beziehungen zwischen amerikanischen Juden und Israelis. Diese Beziehungen "sind so komplex wie in jeder grossen Familie: von inniger Verbundenheit bis zu explodierenden Konflikten, Abneigungen und gegenseitigen unerfüllten Erwartungen", meinte die Jewish Week in einem Kommentar. Und weiter: "Für viele amerikanische Juden ist Israel ein zentraler Punkt ihrer Identität; für viele Israelis sind die amerikanischen Juden irrelevant oder sie sehen sie als aufdringliche Aussenseiter, die sich in Israels Angelegenheiten einmischen wollen, weil sie Geld gespendet haben. […] Viele Amerikaner haben darüber hinaus unrealistische Vorstellungen von den Israelis, die eher zu Leo Uris' Roman Exodus passen als zur Realität. […] Israelis sind mitschuldig an der Situation: Sie verlangen amerikanische Unterstützung und berufen sich auf die Anbindung der Diaspora an Israel, und dann beschimpfen sie die amerikanischen Juden als zweitklassige Zionisten; die internen Probleme und Facetten des amerikanischen Judentums sind ihnen egal, und ihnen ist auch egal, dass die starke Solidarität mit Israel für amerikanische Juden nicht immer leicht ist und interne Spannungen mit sich bringen."

Eine heftige Debatte ist entbrannt. Es geht nicht mehr um "Wer ist ein Jude?", sondern um "Was ist ein Jude?". Es geht um jüdische Identität in der Zukunft, denn die amerikanischen Juden können sich nicht mehr darauf beruhen, die grösste jüdische Gemeinde in der Welt zu sein. Angesichts der 5.9 Millionen Juden in Israel, Tendenz steigend, werden die 5.29 Millionen amerikanischen Juden mit ihrem religiösen Pluralismus immer mehr zur Minderheit.

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Tausende von Skinheads und militante Rechtsextremisten befinden sich unter den neuen Rekruten in der U.S. Armee. Das "Southern Poverty Law Center" (www.splcenter.org), das rechtsextremistische und rassistische militante Gruppen aufzeichnet, hat in einer Studie herausgefunden, dass sich rechtsextremistische Kräfte auf einen "Rassenkrieg" vorbereiten und dafür die U.S. Armee als Sprungbrett und Ausbildungsplatz benutzen. Wegen des Irakkrieges mangelt es in der Armee an Freiwilligen; unter denen, die sich doch melden, befinden sich auch Soldaten, die antisemitische, rassistische und rechtsextremistische Neigungen haben. Schon ist "Aryan Nations" Graffiti in Bagdad aufgetaucht, von Anhängern der grössten neonazistischen Gruppe in den USA.

Das "Southern Poverty Law Center" beschuldigt die Armee, ihre sonst so strikten Auswahlmethoden, die bisher auch die ideologischen, insbesondere rassistischen Tendenzen der Freiwilligen in die Auswahl einbezogen hatten, gesenkt zu haben, um mehr junge Soldaten rekrutieren zu können. Auch werden Neonazis und rassistische Bandenmitglieder, die sich offen als solche erkennen, von ihren Vorgesetzten nicht mehr automatisch mit Disziplinarmassnahmen bestraft und aus der Armee entfernt. Die New York Times berichtet, dass zum Beispiel von 320 rechtsextremistischen Soldaten in Fort Lewis, in Washington, nur zwei Soldaten gehen mussten.

Rechtsextremisten machen kein Hehl daraus, warum sie sich für die U.S. Armee freiwillig melden. So riet ein Sprecher der rechtsextremistischen Szene seinen Anhängern: "Wählt die leichte Infanterie, weil der kommende Rassenkrieg und die ethnischen Säuberungen einem Infanteriekrieg gleichen werden: Von Haus zu Haus, von Nachbarschaft zu Nachbarschaft, bis eure Stadt, eure Gemeinde rassenrein sind. Wir brauchen eine Armee und keine Strassenbanden."

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Dass der CIA den Aufenthaltsort des nach Argentinien geflüchteten Adolf Eichmann schon 1958 gewusst hatte — zwei Jahre bevor ihn Israel aufspürte und nach Jerusalem brachte — rief auch in den USA, insbesondere unter den amerikanischen Juden, Empörung hervor. Aus unlängst entklassifizierten CIA Dokumenten geht hervor, dass die USA in der Realität des Kalten Krieges wenige Skrupel an den Tag legten, Altnazis und Kriegsverbrecher zu verschonen oder sie als Spitzel gegen die Sowjetunion einzusetzen.

Richtig überrascht darüber waren nur Wenige, war es doch eine Bestätigung dessen, was Simon Wiesenthal schon vor langer Zeit prophezeite: "Wenn der Kalte Krieg endlich vorbei ist und wir von den Geschichtsschreibern gefragt werden, wer gewonnen hat, wird die Antwort sein müssen: Weder der Westen noch der Osten, sondern die Nazis."

"Vom Rekrutieren von Ex-Nazis bis zum internationalen Rechtsbruch im Kampf gegen islamische Terroristen heute, uns wird immer wieder gesagt, Krieg sei nichts für Weichlinge. Doch es ist genau dieses Unbehagen, das unsere Moral beweist", so der Forward in einem Kommentar. Mit der Veröffentlichung der CIA Dokumente "zeigt die Regierung endlich Verantwortung."

Und das sei hier, so der Forward, die eigentliche Neuigkeit.

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Immer noch taufen Mormonen von der Church of Jesus Christ of Later-day Saints jüdische Holocaustopfer postum, deren Namen sie aus offiziellen Dokumenten und historischen Aufzeichnungen in der ganzen Welt zusammentragen, um ihnen "in den Himmel zu verhelfen" (siehe auch Notizen aus den USA, Heft 170, 2004). Und das obwohl die Kirche schon 1995, unter Druck jüdischer Organisationen und Politikern, einen Vertrag unterschrieben hatte, in dem sie versprach, mit den postumen Taufen aufzuhören.

Untersuchungen haben jetzt ergeben, dass immer noch 1.500 Namen holländischer Juden in der Datenbank der Kirche gespeichert sind. Vertreter jüdischer Organisationen arbeiten weiter daran, diese Namen aus den Datenbanken zu entfernen. Fortsetzung folgt.

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Die Claims Conference hat eine Studie veröffentlicht, in wieweit U.S. Museen einem 1999 unterzeichnetem Abkommen (dem "Washington Conference Principles on Nazi-Confiscated Art") nachgegangen sind. Dieses vor sieben Jahren von der U.S. Regierung und der "American Association of Museums" (AAM) initiierte Abkommen verpflichtete Museen, in ihren Kunstbeständen nach Raubkunst aus dem Zweiten Weltkrieg zu suchen sowie finanzielle Mittel zur Verfügung zu stellen, die Herkunft sämtlicher Kunstwerke in ihren Beständen zu erforschen.

Die Claims Conference verschickte einen Fragebogen an 332 Museen, um herauszufinden, welche Fortschritte diese bei der Auffindung und Registrierung von Raubgütern, oder Werken mit lückenhaften Herkunftsdaten, in ihrem Besitz gemacht haben. Insgesamt sandten 214 Museen ihre Antworten zurück. Unter ihnen gaben 114 Museen an, Forschungen über die Herkunft der Werke in ihrem Besitz durchzuführen. Weitere 118 Museen konnten den Fragebogen bis zum gewünschten Abgabetermin, dem 10. Juli 2006, wegen Zeitmangels nicht ausfüllen.

Einige Museen, wie das Metropolitan Museum of Art (www.metmuseum.org/Works_Of_Art/provenance/index.asp) oder das Museum of Fine Art in Boston, machen grosse Fortschritte im Herkunftsverzeichnis ihrer Werke. Insgesamt gaben die befragten Museen an, dass sich in ihrem Besitz 140.000 Kunstwerke befinden, die vor 1946 entstanden sind und zwischen 1932 und 1946 mehrmals in Europa die Besitzer gewechselt hatten, bevor sie von den Museen gekauft wurden.

Doch auf einem vom AAM eingerichteten Internetportal über Raubkunst in U.S. Museen (www.nepip.org), sind bisher erst 18.102 Kunstwerke aus 151 U.S. Museen registriert.

Von den Museen, die sich um eine Auffindung der Werke in ihrem Besitz bemühen, gaben 52 Prozent an, dass sie erst weniger als eine Hälfte ihres Bestandes — zum grössten Teil Gemälde und Skulpturen, und weniger Drucke und Zeichnungen — überprüft haben. Ein Drittel der Museen erklärten darüber hinaus, dass sie keine Forschungen über Leihgaben vornehmen würden.

In den letzten acht Jahren sind 22 Kunstwerke aus U.S. Museen oder Galerien an ihre rechtmässigen Besitzer, oder deren Erben, zurückgegeben worden; sechs weitere Fälle werden noch untersucht.

 

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